Vorsorgeunterlagen

Beratung und vorsorgende Papiere
Ein Unfall, eine schwere Krankheit oder auch Altersschwäche können einem Menschen die Fähigkeit nehmen, frei über sich und über die für ihn vorgeschlagenen ärztlichen Maßnahmen zu entscheiden. Wer rechtzeitig vorsorgt, z.B. mit einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung, erleichtert es seinen Angehörigen im Bedarfsfall richtig zu entscheiden.

Gemeinsam für Owen und Lenningen und den Nachbargemeinden Dettingen/Teck und Erkenbrechtsweiler bieten wir Ihnen eine Beratung für Vorsorgende Papiere an. Männer und Frauen aus diesen Orten, die eine Ausbildung bei der Esslinger Initiative absolviert haben, stehen zur Verfügung und informieren Sie zum Thema. Sie kommen auch gerne zu Ihnen nach Hause und bringen eine Mappe mit den notwendigen Formularen und Erläuterungen mit.

Dazu gehören
Patientenverfügung
Mit einer Patientenverfügung können Sie für den Fall einer durch eine schwere Krankheit oder Unfall verursachte Entscheidungsunfähigkeit im Voraus festlegen, ob Sie bestimmte lebenserhaltende oder lebensverlängernde ärztliche Behandlungen annehmen oder ablehnen wollen und stattdessen eine palliativmedizinische Versorgung bevorzugen.

Vorsorgevollmachten
Sie können einer oder mehreren Vertrauenspersonen eine Vertretungsvollmacht erteilen. Je nach Umfang wird unterschieden in
1. Gesundheitsvollmacht
Hier legen Sie fest, wer Sie in Gesundheitsfragen bei eigener Entscheidungsunfähigkeit vertritt, z.B. bei der Umsetzung Ihrer Patientenverfügung.
2. Generalvollmacht
Zusätzlich sind hier auch noch alle Rechtsgeschäfte in die Vertretungsregelung mit eingeschlossen.
3. Betreuungsverfügung
Sie können vorsorglich eine Person Ihres Vertrauens benennen, die dann vom Gericht im Bedarfsfall als Ihr Bevollmächtigter bestellt wird.

Die Beratung erfolgt ehrenamtlich und ist kostenfrei, eine Gebühr von 5,00 € für die Mappe fällt an.
Kontakt über die Anlauf & Beratungsstelle

Hier finden Sie aktuelle Informationen zu Patientenverfügungen und weitere Informationen zu diesem Thema

Aktuelle Informationen zum Beschluss des Bundesgerichtshofs zu Patientenverfügungen
Der BGH hat in seinem Beschluss vom 6. Juli 2016 eine Patientenverfügung als rechtlich nicht bindend bezeichnet, weil sie nicht der gesetzlichen Regelung entspricht. Nach dem Wortlaut des § 1901 a I BGB (seit 2009!) muss der Betroffene „bestimmte“ Maßnahmen verlangen oder verbieten. In seinem Beschluss schreibt der BGH: Die schriftliche Äußerung, „keine lebenserhaltenden Maßnahmen“ zu wünschen, enthält für sich genommen nicht die für eine bindende Patientenverfügung notwendige konkrete Behandlungsentscheidung des Betroffenen. Die Esslinger-Initiative hat 2009 ihre Papiere dieser gesetzlichen Regelung angepasst und statt allgemeiner Formulierungen („in Würde sterben“ „keine lebenserhaltenden Maßnahmen“) in einer Aufzählung alle möglichen Maßnahmen konkret benannt, die im Falle dauerhafter Einwilligungsunfähigkeit zur Lebenserhaltung in Frage kommen und die abgelehnt werden. Bei absehbaren Krankheitsverlauf empfehlen wir die Fortschreibung der Patientenverfügung mit Konkretisierung der Maßnahmen, die möglicherweise dann in Frage kommen und ebenfalls abgelehnt werden. Bei Patientenverfügungen, die vor 2010 erstellt wurden, können diese Angaben fehlen. Wir empfehlen die Papiere auf diesen Sachverhalt zu prüfen.

Hierzu stehen die Beraterinnen und Berater der Anlauf & Beratungsstelle von Unser NETZ e.V. gerne zur Verfügung.

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