Netzwerk Schnitt.LEBEN

Das Netzwerk Schnitt.LEBEN ist eine Arbeitsgruppe von „Unser Netz e.V.“. Es ist von dem Gedanken getragen, über den eigenen Tellerrand und die Kirchturmspitze hinaus, organisationsübergreifend Projekte zu initiieren. Daher besteht das Team aus ganz unterschiedlichen Menschen, denen ihr Thema einfach am Herzen liegt, egal ob dies privat oder beruflich bedingt ist. Die Teammitglieder sind überzeugt davon, daß das Leben an Qualität gewinnt, wenn auch über den Tod nachgedacht und gesprochen wird. Die Gruppe setzt sich nicht nur mit dem eigenen Sterben und dem Verlust naher Menschen auseinander, sondern sie möchte dafür sensibilisieren, wie Trauernde unterstützt werden können.

Zu Ende gedacht  –  besser gelebt!

 

Aktuell

 

Eine todsichere Sache!

 

Einfach sterben…… das wünscht sich wohl jeder. Dass das aber heutzutage gar nicht so einfach ist, hat die Veranstaltung von Schnitt. LEBEN, einer Arbeitsgruppe von Unser NETZ, am 16.09.2019 gezeigt. Mit dem Thema „Gut vorbereitet für den letzten Weg – Bestattungsformen und Trauerkultur in Owen“ hat die Arbeitsgruppe, die dem Thema „Tod und Sterben“ wieder mehr Leben einhauchen möchte, wohl den Nerv der Zeit getroffen. Rund 80 Interessierte haben den Weg nach Owen gefunden, um sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Mit vielen Infos über Kosten, Grabpflege und einem gelungenen Übersichtsflyer der Stadt zu den verschiedenen örtlichen Bestattungsmöglichkeiten machte Manuela Unzeitig als Vertreterin der Stadt Owen den Anfang. Im Anschluss daran erweckten Pfarrerin Margret Oberle und Giovanni Incorvaia vom Bestattungsinstitut Holt die nüchternen Daten zum Leben und schöpften aus ihrem reichen Erfahrungsschatz. Auch mit persönlichen Ansichten hielten sie nicht hinterm Berg und zeigten damit auf, dass die Wahl zwischen Feuer- und Erdbestattung, die beide von der Kirche akzeptiert werden, eine rein persönliche Entscheidung darstellt. Einig waren sie sich auf jeden Fall darüber, dass es für alle Beteiligten gut ist, wenn bereits im Leben über den Abschied und seine Ausgestaltung gesprochen wird. Zum einen wirkt es beruhigend, wenn man seine „letzte“ Reise gut vorbereitet hat und zum anderen ist es auch ein „Dienst“ an den künftigen Hinterbliebenen, wenn man über die jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse zu Lebzeiten spricht. Dies untermauerten beide mit der Erfahrung, dass inzwischen viele Umbettungen von pflegeleichten Bestattungsformen im Nachhinein vorgenommen werden müssen, weil den Hinterbliebenen ein persönlicher Platz zum Trauern fehlt.

Beim anschließenden Gang über den Friedhof konnten die Besucher unter fachkundiger Anleitung die vorher theoretischen Ausführungen mit eigenen Augen betrachten, was wiederum so manchen zum Nachdenken brachte.  Der besinnliche Abschluss in der mit Kerzen heimelig anmutenden Marienkirche mit Texten und Liedern sowie unter dem beruhigenden Klang einer Klarinette, bildete einen vollendeten Ausklang für dieses berührende Thema, das jedem Menschen – egal welchen Alters – begegnen wird. Nachdenkliche, aber friedliche Gesichter haben gezeigt, dass die Beschäftigung mit der eigenen Endlichkeit eine gute Erfahrung sein und man sich für den letzten Weg tatsächlich vorbereiten kann. Denn zu Ende gedacht, bedeutet auch bewusster gelebt!

Falls manchen Leser nun das Gefühl beschleichen sollte, etwas Kostbares versäumt zu haben, noch eine gute Nachricht: Eine Veranstaltung dieser Art wird das Team um Schnitt. LEBEN im Laufe des nächsten Jahres nochmals für den Raum Lenningen anbieten.

Text und Foto: Claudia Baumann

 

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